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Langsam setzt die Wirkung ein, ein vergleichsweise gutes, beruhigendes Gefühl, Wegtreten vom Rest der Welt, selbst der Schwindel wird als angenehm empfunden, denn du denkst zu wissen, dass es der letze Schwindel in deinem Leben sein wird, und genießt auch das. Eine Mischung zwischen Freude und Erleichterung durchfährt dich. Alles ist wunderbar, zum ersten mal weißt du, wie sich Perfektion anfühlt.

 

9.5.08 20:06


Das MC Donald's Lächeln

Ich sitze nun wiedereinmal hier. Im Keller. Alleine, höre Musik und versuche erneut einen produktiven Beitrag abzugeben. Komisch, dass ich genau jetzt Stare at the sun von Thrice höre. "Why is truth so hard to find in this world?"erklingt es in diesem Moment... womit wir genau bei dem Thema wären, das ich heute anscheiden, bearbeiten, möchte, das mir im Moment am Herzen liegt.

Wie die meisten schon wissen werden arbeite ich ja gerade bei MC Donald's, wo ich mein 1-monatiges Praktikum absolviere. 2 Arbeitstage habe ich für jetzt noch vor mir, dann ist auch dieser Punkt abgehackt, was in irgendeiner Weise ziemlich schade ist, denn es ist ein Beweis dafür, wie schnell die Zeit wirklich vergeht. Jedenfalls ist es genau diese Endphase, dieser Job, der mich zu diesem Eintrag treibt. Wie vermutlich allseits bekannt ist, muss man als Bedienung freundlich und zuvorkommend sein, schließlich ist der Kunde der König, nicht wahr? Man kann es sich nicht erlauben, einmal auszurasten, unfreundlich, unkooperativ, launisch, bedrückt... zu sein. Was für ein Licht würde soetwas denn nur auf das Restaurant werfen? Nein. Das wäre unzumutbar. So lächelt man.. dieses Botoxlächeln. Kunden können dich behandeln, wie sie möchten, sie sind die Könige, man muss sie somit auch wie diese behandeln, darf sich keinen Fehler erlauben, denn auch der allerkleinste könnte dem Restaurant einen schlechten Ruf verleihen und wer möchte schon daran schuld sein? So tut man Tag ein, Tag aus, was von einem verlangt wird, bloß nicht weniger, eher mehr. Man ist freundlich, egal zu wem. Man ist zuvorkommen, soetwas wie ein "nein", wenn man um Hilfe gebeten wird, ist intollerant und inakzeptabel und schreitet somit aus. Man tut so, als hätte dieser Job die höchste Prirorität in seinem jetzigen Leben, als würde man dafür leben zufriedene Kunden sehen zu wollen. Man stellt das wohl deren, vor sein eigenes. Man verzichtet auf dringend nötige Pausen, um ihnen zu dienen. Wofür? Tja, das fragt sich der Mensch. Ein Danke ist selten zu hören. Man gibt sein bestes, man gibt ein tausend Prozent, denn Hundert reichen schon längst nicht mehr aus um den Großteil zu befriedigen. Täglich. Das sollte doch eigenltich genug sein um alle zufrieden zu stellen? Scheinbar nicht, denn geht etwas einmal nicht schnell genug, dauert es statt eine Sekunde, einmal ein und halb, kann man sich trotz aller Mühe ein undankbares Gesicht, eine unfreundliche Geste, ein arrogantes Kommentar, wie zum Beispiel:"Ihr seit eine Dienstleistung, ihr seid dafür da mir zu dienen!!", anhören und das nach einem anstrengenden Arbeitstag. Es ist eine Belastungsprobe sondergleichen nach so einer Reaktion auf deine Mühen nicht das Temperament mit einem durchgehen zu lassen. Soetwas muss man sich gefallen lassen. Ein Widersprechen gibt es nicht. Nein, man setzt geschwind ein noch aufgesetzteres Lächeln auf und entschuldigt sich für die "Unannehmlichkeiten" vielmals und bietet bei Bedarf auch Schadensersatz an, dann wünscht man noch einen netten Abend und entschuldigt sich vielleicht nocheinmal. Es ist egal, wer eigentlich im Recht ist, der Kunde ist der König, das hat er längst begriffen und nützt es schamlos aus. Er ist es, der tun und lassen kann, was er möchte, ohne jegliche Konsequenz dafür zu tragen. Er ist immer im Recht. Wer entschädigt mich? Wer entschuldigt sich bei mir, für die Erniedrigung von gestressten Kunden, die bei mir grundlos Dampf ablassen? Keiner. Ein Wunder, dass noch keiner an den Folgen von des MC Donald's Lächeln-Syndroms zu Grunde gegangen ist. So lächelt man weiter, wenn man am Liebsten schreien möchte. Dieses gekünstelte, gespielte ich. Ein Konflikt zwischen Teufel und Engel. Auf der einen Seite ist da der Engel, den die Kunden kennen, auf der anderen der Teufel, zu dem man dadurch wird, wenn man alleine ist, wenn die Türe geschlossen ist. Wo bleibt denn da die Echtheit? Man belügt somit eigentlichn hunderte von Menschen. Man zeigt schon lange keine wahren Gefühle mehr, man wird immer mehr zur Barbie, allein schon dieses ständige Botoxlächeln. Sind Kunden nicht auch nur normale Menschen, so wie du und ich? Wer vergibt ihnen das Recht so zu sein, wie sie sind. So unmenschlich mit der "Bedienung" umzugehen? Wundert es jetzt noch jemanden, warum die Wahrheit heutzutage so schwer zu finden ist, wenn wir schon bei der Arbeit zum Schauspieler werden!?

 

 

19.3.08 19:55


Jahresrückblick Juli 06 - Juli 07

Wooow.. wenn ich diesem Jahr ein Nomen zuordnen müsste, wäre es vermutlich das Chaos. In diesem Jahr ist echt alles drunter und drüber gegangen. Mein Leben hat sich, kann man sagen, zu 100% verändert. Alles hat sich verändert. "Nichts ist für die Ewigkeit, nichts ist wie es war..". Meine Freunde, meine Einstellung, meine Familiensituation, mein Aussehen, meine Gewohnheiten, meine Hobbies, meine Prioritäten, meine Ziele, meine Träume... einfach alles hat sich verändert. Ein ständiges Durcheinander war die Folge. Vergleichbar mit einem zugemüllten Zimmer, in dem man eine Stecknadel finden möchte. Ich wollte den Faden finden, den Faden, der mich durch mein Leben führt. Doch, wie es auch bei diesem Zimmer nötig ist, musste auch ich zuerst den Müll beseitigen, mir im Klaren werden was ich wollte, wer ich bin... bevor ich mich auf die Suche begeben konnte. Es war ein ziemlich langer Prozess, der sich über dieses ganze Jahr hinaus erstreckt hat. Oft hatte ich geglaubt endlich da zu sein, wo ich sein wollte, mir endlich im Klaren zu sein, doch ich musste schnell feststellen, dass dem nicht so war. So startete ich die Mission immer wieder neu. Ein 2tes, 3tes, 4tes.. ein 5tes, ein 6tes... ein 10tes.. Mal. Ich wollte den Vorgang beschleunigen. Ich wollte endlich in dem Gewissen ich selbst zu sein leben können. Des Öfteren belog ich mich selbst: "Ha... das bist du... DAS ist DIE Michelle, die richtige". Das ging vielleicht für einen, manchmal sogar 2 Tage gut, dann aber musste ich mit Bedauern feststellen, dass dieser Plan auf die Dauer nicht funktionieren würde, da ich mich in meiner Haut so nicht wohl fühlte. Ich wollte ICH sein... echt sein... bald merkte ich, dass das ganze nicht so leicht werden würde, wie ich es mir vorgestellt hatte, denn ich wollte keine halben Sachen machen... "Wenn schon, dann denn schon..". Ich wollte mein Ziel erreichen, meine Mission erfüllen und das erfolgreich. Ich musste mich ins Zeug legen, so sicher war ich mir... doch wie geht man am besten vor? Welche Taktik sollte angewendet werden? Etwas ratlos kämpfte ich weiter und weiter und weiter und weiter. Ich versuchte keinerlei Ermüdungserscheinungen zu zeigen, was mir nicht immer gelang. Der Weg war lang und ziemlich hart. Er kostete viel Kraft, Ausdauer, ich musste lernen Kompromisse einzugehen, Dinge teilweise so zu nehmen wie sie kamen, auch wenn es mir nicht immer so recht war. Ich hatte viele Hürden zu bewältigen, mir lagen zahlreiche Steine im Weg, die ich zuerst beseitigen musste.

9.5.08 20:07


Im Weg.. einfach nur im Weg.
Egal wo ich bin, egal was ich mache, ob ich atme, ob ich spreche, ob ich lache, ob ich weine.. irgendjemanden bin ich immer im Weg..
Wie ein Mauer auf einer befahrenen Straße. Ärgerlich, nutzlos, nervig, mühsam,... und.. äääh.. IM WEG !?
Ich werde fliehen.. vielleicht ist weglaufen keine Art um Probleme zu lösen, aber, es beendet sie.
Ich habe es satt Menschen mit meiner Anwesenheit nur zu belästigen. Away from the dark, away from the fear, away from the loneliness, away from the emptiness that is surrounding me.

9.5.08 20:07





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